Mehr als Baguette und Croissant – FranceMobil mit Zwischenstopp am AAG

Was wie ein süßer Traum jedes Französischlehrers klingt, machte Manon Facon bei ihrem Besuch des AAG wahr: eine Unterrichtsstunde lang Französisch und nichts als Französisch mit blutigen Anfängern sprechen. Am Dienstag, den 15. Oktober, wartete die FranceMobil-Referentin, gerüstet mit Würfel, Fahnen, einer Frankreichkarte und Bildkärtchen, im R015. Sie war vom deutsch-französischen Institut in Erlangen gekommen, um unter den Siebtklässlern die Werbetrommel für die Sprache unseres großen Nachbarn kräftig zu rühren.

Unter geduldiger Anleitung, mit Gesten und manchem von den Mitschülern eingeflüsterten helfenden Worten lernten die Schüler im Sitzkreis (den zu bilden manche Klassen vor die größte Herausforderung der Einheit stellte, musste doch der Graben zwischen Mädchen und Jungen überwunden werden!), wie man auf Französisch grüßt und zählt sowie wie man über seine Herkunft, seinen Namen und seine Sprachkenntnisse spricht. Mit ihrer sympathischen, humorvollen, jedoch auch entschiedenen Art sowie mithilfe diverser Spiele konnte die Referentin auch diejenigen aus der Reserve locken, die sich aufgrund der ungewohnten Mundverrenkungen und unvertrauten Gesamtsituation zierten. So bewegte sich ein Würfel, während Je ne parle pas français von Namika lief, in Windeseile zwischen den Händen der Schüler – denn sobald die Musik aussetzte, musste der Schüler, der ihn gerade in der Hand hielt, würfeln und eine kleine Aufgabe auf Französisch lösen. Wer sich da allzu blauäugig auf die Souffleure um einen verließ, konnte auch mal danebenlangen und Sätze wie Je m’appelle Regensburg produzieren, doch das tat dem Spaß natürlich keinen Abbruch. Die Dynamik setze sich auch fort, als die Klassen in zwei Gruppen, benannt nach d e n kulinarischen Exportschlagern Frankreichs, Croissant und Baguette, aufgeteilt wurden und deren Mitglieder so schnell wie möglich französische Begriffe, die auch im Deutschen ganz ähnlich sind, auf Bildern, die zwischen den beiden Gruppen lagen, bei deren Nennung hören und antippen sollten. Unter vollem Körpereinsatz wurde um jeden Punkt gerungen; bei vermeintlich unsicheren Entscheidungen wurde wie beim Kampf um den Meisterpokal lamentiert und heftig diskutiert – wovon sich die souveräne Schiedsrichterin jedoch nicht beirren ließ. Nach all der Unterhaltung kam zum Schluss noch eine große Überraschung, als sich herausstellte: Die Französin, die bis dahin die Stunde auf Französisch bestritten hat, spricht fließend Deutsch! Das sorgte für allgemeine Verblüffung und für manchen offenen Mund – und machte Hoffnung: Man kann auch als Ausländer eine vermeintlich schwere Sprache richtig gut beherrschen!

Waldemar Blech